Die Undankbarkeit des Menschen

Wenn der Mensch mit einer Schwierigkeit geprüft wird, dann beschwert er sich, obwohl er durch Standhaftigkeit bzw. der Meisterung dieser Herausforderung an Rang hätte aufsteigen können.

Wenn er in einer Zeit der Zufriedenheit ist, dann beschwert er sich dennoch, weil er nicht noch mehr von diesem und jenem hat. Der Mensch strebt immer nach mehr, undankbar dessen, was er besitzt – vor allem im Vergleich zu jenen, die sich wünschten in seiner Haut zu stecken. Es ist bizarr.

Gleichsam eines Bürgers, der auf der Autobahn fährt und sich beschwert, dass die Straße löchrig und beschädigt ist, und da müsse doch jemand diese Straße reparieren, das könne doch nicht so weiter gehen! „Ich zahle so viel Steuern, und die Straßen sehen so aus!? Warum repariert die keiner? Wozu bezahle ich überhaupt Steuern?“, echauffiert er sich.

Der gleiche Bürger ist aber auch derjenige, der sich beschwert, wenn diese Löcher repariert werden, weil: „Diese vermaledeiten Baustellen, immer bauen sie was! Die Straßen sind doch in Ordnung, können sie die Straßen nicht einfach in Ruhe lassen? Überall Baustellen! Man kann keine 50km fahren, und schon wieder eine Baustelle!“, echauffiert er sich.

So ist der Bürger nicht zufriedenzustellen, auch wenn der Staat seinen Wünschen nachkommt. Ebenso ist der Mensch nicht zufrieden, obgleich Allah ihn aus seiner Gnadenfülle reichlich beschenkt und ihm seine Wünsche erfüllt. Wahrlich der Mensch möchte das Paradies geschenkt bekommen, ohne Mühen und ohne Fleiß. Er denkt, nur weil er ein vorgeblich „reines Herz“ hat, dessen Beweis er auf ewig Gott schuldig bleibt, oder sich einer bestimmten Sache enthält, die andere „Barbaren“ täten, sei er selbst „gut“ und tatenlos errettet. Der Mensch denkt, dass seine Lebenszeit ihm nicht anvertraut ist, sondern geschenkt wurde. Doch das einzige, was man ohne Gegenleistung bekommt, ist der Tod. Und wichtig ist, was man für ebendiesen vorbereitet hat, denn jede Seele erntet im Jenseits das, was sie im Diesseits sät.