Hochmut kommt vor der Demut

“Allahu Akbar, Allahu Akbar”

mit diesem Zeugnis wurde ich geweckt und die kühle Brise verhalf mir, mich vor der Morgendämmerung wachzurütteln. Ich sah mich im Spiegel an und sah vor mir nur einen Geschändeten, einen Geschändeten meines eigenen Egos. Ekel überkam mich vom Trotz meiner Selbst vor diesem Hochmut. Reue oder Stolz, Herabsetzung oder Würdigung, die Entscheidung welche uns ein Leben lang verfolgt.

Den Mantel übergezogen, die Tür verschlossen, mit der Hoffnung die Gedanken auch vertreiben zu können, begab ich mich in die Altstadt. Mit jedem Schritt minderte sich mein Schmerz, denn jeder einzelne Schritt stampfte meinen Hochmut ein.

Angekommen im Hause des Herren, umgeben von den Brüdern, bemerkte ich das Schweigen – und doch erkannte ich, wie sehr alle liebten, sich Zuneigung zeigten, als Erschaffene um des Erschaffers Willen.

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Und wieder ertönte “Allahu Akbar, Allahu Akbar” und alle richteten sich in eine Richtung, keiner sah dem anderen ins Gesicht, und doch standen alle Seite an Seite.

Versunken in Gedanken an den Allerbarmer, welcher auf nichts angewiesen ist, jedoch zu wissen, dass alles vom Barmherzigen abhängt.

Dieser Gedankengang allein genügte zu erkennen, dass ich ein Nichts bin und mir einzig und allein nur mein Erschaffer Wert verleihen kann.

Dieser allein ist anbetungswürdig und vergibt mir durch meine Reue, so wurde es versprochen.

La ilahe ilallah.