Unser Schweigen, ihr Töten – Wir müssen handeln!

An Absurdität kaum zu überbieten ist es, wenn Anhänger fanatischer Gruppierungen, Ideologien und/oder Staaten sich gegenseitig mit erhobenem Zeigefinger begegnen, dabei die Moralpostel spielen und dem Gegenüber vorwerfen, böse zu sein. So ist es besonders mit den Sympathisanten zweier Staaten und ihrer ideologischen Verbündeten, die nicht müde werden, sich überall und zu jeder Zeit Diskussionsgefechte mit dem “Feind” zu liefern.

 

Es ist bezeichnend, dass zwei sektiererische Staaten, die jeweils für sich die religiöse Autorität über den Islam und die Muslime beanspruchen (aber nur Minderheiten repräsentieren), beide solche Staaten sind, die eine Befriedung des syrischen Bürgerkriegs mit ihrer Unterstützung, Entsendung und Militarisierung von fanatischen Terrorgruppen quasi unmöglich machen.

 

Beide Staaten und ihre ideologischen Lakaien tragen eine große und schändliche Verantwortung für die Ereignisse in Syrien. Saudi-Arabien und Iran sind mit ihrem ideologischen Fanatismus zwei Seiten einer Medaille, die ihre menschenverachtenden Fratzen im syrischen Bürgerkrieg besonderes deutlich zur Geltung bringen:

 

Die erbarmungslose Auslöschung von Menschenleben, die moralisch fragwürdige normative Pseudo-Legitimation der eigenen Lakaien und die Verbreitung von Fitnah (Zwietracht) in ihrer übelsten Form – Vertreibung, Zerstörung, Hunger, Folter, das Rauben jeglicher Zukunftsperspektiven, …
 In this picture taken on Wednesday Oct. 31, 2012, a citizen journalism image provided by Lens Young Homsi, which has been authenticated based on its contents and other AP reporting, buildings which were destroyed from the shelling by Syrian forces loyal to Syrian president Bashar Assad, at al-Qossour neighborhood in Homs province, central Syria. (AP Photo/Lens Yong Homsi)
In this picture taken on Wednesday Oct. 31, 2012, a citizen journalism image provided by Lens Young Homsi, which has been authenticated based on its contents and other AP reporting, buildings which were destroyed from the shelling by Syrian forces loyal to Syrian president Bashar Assad, at al-Qossour neighborhood in Homs province, central Syria. (AP Photo/Lens Yong Homsi)

 

Saudi-Arabien inhaftiert Oppositionelle, Iran inhaftiert Oppositionelle.
Saudi-Arabien hat eine totalitäre Ideologie und eine autokratische Herrschaftsform, Iran hat eine totalitäre Ideologie und eine autokratische Herrschaftsform.
Saudi-Arabien unterstützt Terroristen im syrischen Bürgerkrieg, Iran unterstützt Terroristen im syrischen Bürgerkrieg.
Und so weiter…

 

Es hilft dabei auch nicht, wenn sie sich ihre unzähligen Menschenrechtsverletzungen gegenseitig an den Kopf werfen (“Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.”) und ihre eigenen Hände in Unschuld waschen – das ist lediglich populistische Demagogie, die die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von den eigenen unmenschlichen Machenschaften auf die Missetaten des ideologischen Feindes lenken soll.

 

Kann man also Unrecht mit Unrecht aufwiegen? Nein.

 

Und trotzdem verteidigen Anhänger beider Lager die barbarischen Taten ihrer jeweiligen Verbündeten mit einer schier inbrünstigen, aber eben unwissenschaftlichen und pervertierten Apologetik. Auf der anderen Seite monieren sie die Unmenschlichkeit und Autokratie des anderen, welcher immerzu eine Personifikation des Bösen darstellt.

 

Ist das unbewusste Paradoxie oder ist das boswillige Heuchelei? Moralische Stringenz sieht auf jeden Fall anders aus.

 

Für alle, die immer noch nicht verstanden haben, um was es geht (verdammt nochmal, es geht um Menschen!) und das Regime und dessen fanatische Lakaien bzw. konträre extremistische Splittergruppen verteidigen, bleibt nicht viel zu sagen. Man kann seine Augen vor dem Leid der Menschen nicht verschließen, spätestens seitdem wir von Assad vertriebene Menschen sogar in Europa und Deutschland millionenfach auffinden (11 Millionen Displaced Persons – fast so viele wie im zweiten Weltkrieg) und diese deren Leid persönlich berichten und dafür Verantwortliche benennen.
Für diejenigen, die nicht genug darüber wissen, empfiehlt sich die Dokumentation: “Homs – Ein zerstörter Traum”.
 
 Syrian civilians carry their belongings walk next to damaged buildings as they return to inspect their homes in Jouret Al Chyah area, in Homs, Syria, 10 May 2014, after government troops entered the neighborhoods as part of an agreement that also granted fighters safe exit from the city on 08 May. EPA/STR (c) dpa - Bildfunk
Syrian civilians carry their belongings walk next to damaged buildings as they return to inspect their homes in Jouret Al Chyah area, in Homs, Syria, 10 May 2014, after government troops entered the neighborhoods as part of an agreement that also granted fighters safe exit from the city on 08 May. EPA/STR (c) dpa – Bildfunk

 

Die internationale Gemeinschaft darf nicht weiter zusehen und das Schlachtfeld den Sektierern und der russischen Regierung überlassen, die dort ein Blutbad ohnegleichen anrichten. Währenddessen diskutieren wir über lächerliche Befindlichkeiten diverser Persönlichkeiten der Politik und irrelevante Ereignisse der relativen Zeitgeschichte. Wir tun zu wenig (alle!), während andere dort völlig ungeniert irreversible Schäden anrichten – und zugleich beschweren wir uns über die große Anzahl an Flüchtlingen, die zu uns kommen. Das ist bitter für unser Selbstverständnis als zivilisierte Nation, obwohl wir dagegen etwas tun könnten. Wir können es.

Wir sollten was dagegen tun!

SZ: Glauben Sie, dass die Flüchtlinge nach Syrien zurückkehren können?

Salem al-Meslet: Sie werden zurückkehren, wenn es keine Bomben mehr gibt. Wenn das Regime aufhört, chemische Waffen gegen das eigene Volk einzusetzen. Das syrische Volk wartet auf diesen Moment und sie warten auf das Ergebnis dieser Verhandlungen. Wenn sie erfolgreich sein sollten, würde jeder seine Sachen packen und nach Syrien zurückkehren. Das syrische Volk verdient es, nach Hause zu kommen.

[http://www.sueddeutsche.de/politik/syrien-wenn-es-assad-nicht-gaebe-gaebe-es-den-is-nicht-1.2912171]

Assads-effekte

Wir müssen denjenigen Unterstützung zollen, militärisch und humanitär, die dort um ihr Überleben kämpfen, den Menschen Syriens. Jedes weitere Zögern fordert seinen Tribut in Form von weiterem Leid und Tod. Die Menschen Syriens zählen auf uns. Sie brauchen unsere Unterstützung. Jetzt.

2 Gedanken zu „Unser Schweigen, ihr Töten – Wir müssen handeln!

  1. Ichwersonst?

    Iran unterstützt keine Terroristen in Syrien 😀

    • Hasan Hüseyin Kadioglu Autor des Beitrages

      Sie unterstützen Assad – und Assad ist ein Staatsterrorist mit mehr als 300.000 Menschen auf seinem Gewissen. Außerdem unterstützen sie diverse Milizen, die vor Ort den Einfluss Irans ausweiten bzw. verteidigen. Oder wie würdest du das Ziel und die Methode des Irans in Syrien bezeichnen?

Die Kommentare sind geschlossen.