Vier Gründe, warum die Medien nicht islamfeindlich sind

Viele wundern sich, warum Medien ein überwiegend negatives Bild des Islam vermitteln.

Manche kritische Muslime haben auch eine Erklärung dafür: Die Medien/Deutschen/Christen sind islamfeindlich. Ich arbeite nun seit zwei Jahren bei einer Tageszeitung und kann sagen: Das stimmt nicht.

Ich höre jetzt schon die ersten vor meinem gedanklichen Auge sagen: „Ok, du sagst also, dass die Medien  nicht islamfeindlich sind. Wie erklärst du dir dann die vielen negativen Nachrichten über den Islam?“

Es gibt keine einfache Antwort auf diese Frage. Aber ich glaube, einige Ursachen erkannt zu haben. Im Folgenden ein Versuch, der Sache auf den Grund zu gehen


1. Kriminelle verüben üble Dinge und benutzen den Islam als Ausrede

Zuallererst müssen wir (Muslime) anerkennen, dass Böses geschieht – auch durch Muslime. Es fängt bei rüdem und aggressivem Benehmen an, sei es im Straßenverkehr oder im Alltag, und geht bis hin zu Terrorismus. Es gibt leider zahlreiche Terrorgruppen, die ihre Gräueltaten mit dem Islam rechtfertigen (wollen). Und wenn diese einen Anschlag verüben oder sich Leute in Deutschland mit extremistischem Gedankengut befinden, dann ist das zunächst einmal eine wichtige Meldung für die Tageszeitung. Also berichtet man darüber.

Und ja, man berichtet öfter über Dinge, die mit Schmerzen, Leid, Hass und vor allem mit ANGST zu tun haben. Das ist nicht per se böse von „den Medien“, im Gegenteil, so funktionieren „die Medien“, so funktioniert gar der Mensch. Die Leser – also auch du und ich – möchten davon wissen, wenn Außergewöhnliches in ihrem Umfeld geschieht. Insbesondere möchten die Leser wissen, ob von einer Sache oder von einer Person (un)mittelbar Gefahr für sie und für ihre Kinder ausgeht. Das ist eine natürliche menschliche Reaktion. Und die bedienen Medien.

Den Islam als Ausrede für kriminelles Verhalten zu benutzen, geht nur in einem Umfeld, wo die Menschen wenig Wissen über den Islam besitzen. Ein Krimineller kann einem nicht-muslimischen Richter etwas von „Ehrenmord“ erzählen, und wie das mit seinen „religiösen Gefühlen“ zusammenhängen würde – der glaubt es ihm vielleicht, weil er über das Islamische Recht kein substanzielles Wissen hat. Ein „Ehrenmörder“ kann ja die gleiche Argumentation vor einem muslimischen Richter ausprobieren, der sich mit dem Islamischen Kodex auskennt – er wird kläglich scheitern und womöglich für den widerwärtigen Versuch schärfer bestraft werden. Vom Wissen hängt auch die Bewertung etwa von „Ehrenmorden“  ab. Wenn man nicht weiß, dass das Konzept in der Gegenwart sowie in der 1400-Jahre-umfassenden-Geschichte des Islam von ausnahmslos allen Theologen verurteilt worden ist, dann kann es passieren, dass man annimmt, dass „Ehrenmorde“ tatsächlich eine religiöse Daseinsberechtigung hätten. Dem ist nicht so.

Damit ein positiveres Bild über den Islam gezeichnet werden soll, müssen Muslime die Kriminalität in ihren Vierteln und aus ihrer Mitte angehen und archaische Konzepte, die fälschlicherweise dem Islam zugerechnet werden, theologisch auseinandernehmen. Muslimische Gelehrte haben diese Themen schon behandelt – Muslime müssen es nur noch kommunizieren und im Guten vorangehen. Es gibt ausreichend viele gute Nachrichten aus der muslimischen Community – diese müssen Muslime nach außen kommunizieren und professionalisieren. Wir bekommen in der Redaktion täglich hunderte Pressemitteilungen, vom Alpensteiger- bis zum Kleingärtnerverein. Und eben keine von den Moscheen, wo diese über ihre Arbeit sprechen.


2. Journalisten sind auch nur Menschen. Sie wissen nicht alles. Und über den Islam zumeist nur sehr wenig.

Viele Journalisten waren noch nie in einer Moschee und haben wenige gläubige Muslime als Freunde, mit denen sie sich über ihre Religion unterhalten. Während meines Volontariats fragte mich eine Kollegin etwa, ob sie neben mir im Büro ihr Schinkensandwich essen könne, oder ob ich mich dadurch angegriffen fühlen würde. Ich war erstaunt über die Frage und habe geantwortet: „So lange ich nicht abbeißen muss, guten Appetit.“ Und sie hat gelacht, weil sie gemerkt hat, wie absurd ihre Frage war. Aber nicht aus Boshaftigkeit, sondern Unbeholfenheit. Das ist ein kurioses Beispiel, aber bei bedeutenden theologischen Themen könnt ihr euch vorstellen, wie die Wissenslage ist.

Etwa: Was ist der Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten? Eine wichtige Frage. Oder: Wer oder was sind Salafisten? Was unterscheidet sie von den anderen Sunniten? Die Unklarheit besteht nicht nur bei theologischen Themen (etwa die Position des Kopftuchs, der Beschneidung und des Schächtens im Islam), sondern auch bei institutionellen Fragen. Wie sind Muslime organisiert? Gibt es eine Kirche? Welche Autoritäten/Ansprechpartner gibt es? Warum haben die Islamverbände nur so wenige Mitglieder? Wie sind die Verbände ausgerichtet? Was sind ihre Unterschiede und Ziele?

Bild: Fryfilm2000
Bild: FryFilm

Weil Otto-Normal-Journalisten keine bedeutenden Berührungspunkte mit dem Islam haben, kommt es leider vor, dass Journalisten den IS als sunnitisch bezeichnen – was grober Unfug ist. Sunniten haben eine  gewachsene Methodologie, einen klaren Katechismus, eine vielfältige Literatur und mehr als tausend Jahre Entwicklungsgeschichte. Der IS und Konsorten hingegen sind eine Erscheinung der Moderne, ihre Methodik erinnert stark an die der Khawaridsch – eine geschichtliche Gruppe unter den Muslimen, die durch die theologische Widerlegung seitens der Sunniten bedeutungslos geworden sind. Eine systematische Abarbeitung der Scheinargumente der Khawaridsch von heute seitens der Islamverbände in Deutschland ist längst überfällig. Das authentische Wissen über den Islam findet sich in der Tradition, es muss nur vermittelt werden.

Auch ein neuer Muslim tut sich schwer, Informationen über den Islam zu erlangen, denn im Internet treiben Extremisten und Laienprediger ihr Unwesen. Ein neugieriger Nicht-Muslim könnte auf die Idee kommen, sich ein Buch über den Islam zu kaufen, um etwas mehr darüber zu lernen, oder, wie es ein Kollege tat, im Internet auf Wikipedia nachzulesen. Letzteres ist keine gute Idee, denn die Qualität der Informationen ist mangelhaft und sie sind nicht verlässlich. Und Bücher, die sind grundsätzlich gut. Aber geh‘ einmal in ‘ne Buchhandlung und halte Ausschau nach Literatur über den Islam. Wenn du danach nicht plötzlich Angst oder Paranoia vor Muslimen entwickelt hast, dann: Respekt!

Die nach wie vor beste Methode etwas über den Islam zu lernen, ist, sich mit gläubigen Muslimen zu unterhalten. Und nach ihrer Motivation zu fragen. Außerdem wäre es eine Aufgabe der Islamverbände, mehr über den Islam zu kommunizieren. Doch diese sprechen lieber ausschließlich darüber, was sie nicht sind, als darüber, wofür sie stehen und was sie ausmacht. Mehr dazu in Punkt 4.


3. Selbsternannte Islam-Experten üben ihre „Expertise“ aus.

Es gibt sie wie Sand am Meer und jeden Tag entdeckt ein neuer seine “wahre” Berufung: Islam-Experten. Wer kennt sie nicht, die Experten, die einem die eigene Religion erklären wollen, ganz nach dem Motto: “Das Kopftuch steht gar nicht im Koran!”. Abgesehen davon, dass gemäß Bundesverfassungsgericht jeder seine eigene religiöse Auffassung selbstständig bilden kann bzw. Religionsgemeinschaften ihren Normenkodex selbst festlegen können, stimmt die Behauptung einfach nicht. “Ich habe ja auch einen Koran zu Hause…” ist eben nicht genug, um Muslimen ihre Religion zu erklären. Und zwei Bücher von dem gegenwärtig angesagten Islamkritiker (von Jahr zu Jahr ändern sich die Hauptakteure) gelesen zu haben, macht einen auch nicht zu einem Experten.

Man hört: “Der Islam braucht eine Aufklärung, einen Martin Luther -”, eventuell auch einen Calvin, aber lieber keinen Zwingli. Dass so viele “Islam-Experten” zu Tage treten, hat auch den Grund, dass die Islamverbände die Bühne diesen überlassen. Jeder kann sich zum Experten ernennen, es gibt nämlich keine Bestrebung der Verbände, eine deutschsprachige (!) theologische Autorität zu etablieren und als Ansprechpartner zu definieren. Es gibt schlicht keine Alternative zu den selbsternannten Experten.

Journalisten wissen, dass sie nicht alles wissen, und gehen deshalb auf Experten zu. Wenn ein Journalist einen Ansprechpartner zum Islam sucht, dann versucht er es eventuell aus gutem Willen erstmal bei den Verbänden. Warum das nicht klappt, kannst du in Punkt 4 lesen. Anschließend kommen jene Experten in Frage, die schlicht verfügbar sind. Und wer diese sind, das kann man in den Zeitungen lesen. Und was diese von sich geben, auch. Daran stören sich die meisten Muslime und auch die Islamverbände – aber sie ändern nichts am Status Quo. Stattdessen beschwert man sich darüber, warum die Zeitung XYZ schon wieder den selbsternannten Experten XY befragt. Und solange die Muslime in Deutschland durch ihre Verbände keine nennenswerten religiösen Autoritäten etablieren (denkbar wäre eine föderale Struktur proportional zur Anhängerschaft diverser Ausrichtungen, um die Vielfalt passend auszudrücken), wird sich das Problem nicht von selbst in Luft auflösen.


4. Die Öffentlichkeitsarbeit der Islamverbände ist erbärmlich

Versuche einmal als Journalist (oder auch als Normalsterblicher) eine der Pressestellen der islamischen Verbände zu erreichen. Für den äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass du es schaffen solltest, jemanden auf der anderen Seite der Leitung zu erwischen – glaub’ mir, ich habe es mit Wohlwollen immer wieder versucht, es gleicht einer Mudschiza (Wunder) – dann musst du alle dir bekannten Bittgebete sprechen, damit etwas Produktives bei dem Gespräch herauskommt. Muslime bieten sich nicht als Ansprechpartner für Medien an, obwohl sie die theologische, praktische und gesellschaftliche Expertise besitzen. Islamverbände sind in puncto Öffentlichkeitsarbeit in einem desolaten Zustand.  Pressestellen der islamischen Verbände reagieren nur, wenn es unausweichlich ist, weil etwas wirklich Übles passiert ist.  Oder, um sich als Opfer zu stilisieren. Sonst nicht. Public Relations ist ein Fremdbegriff. Weder bietet man sich Medienhäusern als Ansprechpartner an, noch wird man proaktiv in Imagepflege tätig. Um es noch klarer zu sagen: Die Öffentlichkeitsarbeit der Islamverbände ist erbärmlich.

Eine Ausnahme ist der Zentralrat der Muslime (ZMD). Der ist medial recht aktiv und ansprechbar, was an sich gut ist. Aber was der ZMD veröffentlicht, ist erwartbar und unbrauchbar.  Der ZMD ist in einer paradoxen Opferrolle gefangen. Er äußert sich mahnend über den Hass gegen Muslime, fordernd gegenüber der Politik und nur selten produktiv – paradox deshalb, weil er versucht, Schadensbegrenzung zu betreiben und auf reale Probleme in der Gesellschaft, wie den Islamhass, hinzuweisen. Doch das misslingt phänomenal. Statt sich wie ein Religionsvertreter zu äußern und auch so zu handeln, kommentiert er fast ausschließlich politisch. So vermittelt er nicht den Eindruck einer Religionsgemeinschaft, sondern einer unprofessionellen Lobbyorganisation.

Notwendig wäre eine proaktive Öffentlichkeitsarbeit der islamischen Verbände. Folgende Fragen müssten die Verbände (auch theologisch) klären: Was wünschen sich Muslime für unsere deutsche Gesellschaft? Muss man Angst haben, wenn gläubige Muslime im Bundestag, in der Bundesregierung, auf der Richterbank, im Lehrerzimmer, in den Kindergärten oder in der Bundeswehr-Kommandozentrale sitzen? Was würden gläubige Muslime in diesen Positionen tun? Wie würde sich das auf meine Freiheit als Christ, Jude, Atheist oder Homosexueller auswirken? Welche Vision haben Muslime für Deutschland? Welche Lösungen hat der Islam für die Herausforderungen unserer Gesellschaft in der  Gegenwart? Etwa bei der Flüchtlings- oder Bankenkrise? Wie könnte die Mehrheitsgesellschaft von den Muslimen profitieren?

Die christlichen Kirchen tun das bereits. Und Deutschland ist explizit kein laizistisches Land, bei dem Staat und Kirche strikt getrennt sind. Nein, Deutschland ist ein säkulares Land. Das ist ein großer Unterschied. Die Kirche kontrolliert zwar den Staat nicht, aber christliche Werte prägen und beeinflussen die deutsche Politik und das Rechtssystem. Und das ist gut so. Und so wie einst die muslimischen Philosophen in Andalusien  die christliche Gelehrsamkeit in Europa beflügelten und bedeutend beeinflussten, gar ihr die griechische Philosophie wieder schmackhaft machten, die im Mittelalter der Kirche als häretisch galt, so könnten heute muslimische Philosophen (wer sind diese?) in Deutschland über die modernen ethischen Herausforderungen mitdenken. Wie sollte man Sterbehilfe bewerten? Oder Embryonenforschung? Big Data? Monopolisierung wichtiger Güter wie Wasser oder Nahrungsmittel?

Aber davon scheinen wir in Deutschland noch weit entfernt zu sein. Die Verbände nutzen das intellektuelle Potenzial der muslimischen Jugend nicht aus, nicht annähernd. Doch das wird sich künftig ändern. Falls Muslime sich wünschen, dass mehr Positives über den Islam in den Medien berichtet werden soll, dann müssen sie ihren institutionellen Leerlauf beenden. Das ist unausweichlich.

Muslime müssen sich gemeinschaftlich engagieren und diesen Einsatz öffentlich machen. Sie müssen raus aus den Hinterhöfen und rein in die Innenstädte. Sie müssen zeigen, wofür sie stehen, was sie sich für unsere Gesellschaft und unser Land wünschen. Muslime müssen als gutes Vorbild vorangehen, denn so tat es schon der Prophet Mohammed, Friede sei mit Ihm. Es wird Zeit für einen Aufbruch.

2 Gedanken zu „Vier Gründe, warum die Medien nicht islamfeindlich sind

  1. Hasan Hüseyin Kadioglu Autor des BeitragsAntworten

    Vielen Dank Herr Dönmez für Ihren ebenso sachlichen Kommentar,

    Ich werde gerne auf Ihre Denkanstöße eingehen.

    Geschehnisse werden so bewertet, wie sie nach außen wirken. Wenn Angehörige der Mehrheitsgesellschaft Straftaten verüben, so ist das in erster Linie eine geringere Abweichung von der Norm, vom Gewohnten. Straftäter gibt es in jeder gesellschaftlichen Schicht. Natürlich ist ein nativer Deutscher darüber verärgert, wenn sein Nachbar Jörg Drogen verkauft. Aber er bewertet den Fall anders, wenn sein Nachbar Mehmet Drogen verkauft. Auch das ist meines Erachtens eine natürliche Reaktion. Stichwort Terrorismus: Organisierte Gewalttäter, die uns in Deutschland bedrohen, sind eben keine Buddhisten aus Myanmar. Das ist so weit weg. „Unseresgleichen“ wurde durch ISIS bedroht und getötet. Und sie haben „unser“ Blut vergossen. „Uns“ den Krieg erklärt. Hier.

    Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich entschuldige den „Filter“ der Medien nicht. Darüber muss man definitiv debattieren und ich sehe da gravierende Probleme. Aber der Filter ist ein Stück weit nachvollziehbar, wenn man auf der anderen Seite steht, wie ich es tue. Man muss erst einmal erkennen, warum es diesen Filter gibt. Und der Filter wird sich nur dann ändern, wenn Muslime anfangen als „unseresgleichen“ zu zählen. Und wenn Muslime auch in Medienhäusern vertreten sind. Und wenn sie sich aktiv an der Gesellschaft beteiligen.

    Straftäter werden nicht (immer) auf ihre Herkunft oder Religion reduziert. Dennoch zu oft, da gebe ich Ihnen recht. Auch darüber führen wir in den Medienhäusern einen erbitterten Streit. Schauen Sie mal in den Pressekodex, Ziffer 12. Und wenn Sie die Vorwürfe mancher Leser an unsere Redaktion lesen würden, wenn wir einmal eine dieser Eigenschaften nicht erwähnen, dann würden Sie wissen, wie sehr wir damit zu kämpfen haben.

    Der Islam ist nicht zentralistisch organisiert, und das ist auch gut so. Ich komme aus der DITIB und kenne die Struktur der Verbände relativ gut. Und gerade aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen: Auch die islamische Vielfalt kann man sinnvoll und effizient (föderal) politisch organisieren. Und im Zuge des wachsenden Rechtspopulismus in ganz Europa ist das wirklich wichtig geworden. Man muss es nur wirklich wollen.

  2. Ali Dönmez Antworten

    herr kadıoğlu, sie versuchen ein emotionales thema sachlich zu behandeln. grundsätzlich ist das natürlich zu begrüßen.
    ich würde hier gerne ein paar dinge zur reflexion anstoßen, weil ich denke, dass wichtige aspekte ignoriert worden sind.

    1. die frage ist nicht, ob medien islamaffin sind oder nicht. die frage ist, wie geschehnisse bewertet und welche wörter dazu verwendet werden. wenn angehörige der mehrheitsgesellschaft straftaten verüben, werden diese viel seltener mit dem wort “terrorismus” versehen. ich bitte sie, in diese richtung zu recherchieren. es gibt mittlerweile sehr viele, auch englischsprachige berichte, die diesen aspekt beleuchten.

    2. straftaten werden in ihrer medialen präsenz sehr wohl gefiltert. straftaten gleicher natur erhalten nicht die gleiche resonanz. wenn sie ihre recherche zu punkt 1 durchführen, werden sie automatisch punkt 2 wiederfinden.

    3. straftäter werden in medien, egal ob religiös motiviert oder nicht, auf religion reduziert, wenn sie muslime sind.. bei angehörigen der mehrheitsgesellschaft sind angaben zu weltanschaulichen überzeugungen (christ, atheist, jude usw.) kaum vorhanden, es sei denn, die tat steht in direktem zusammenhang damit.

    4. dass islamverbände bessere arbeit leisten müssen und stellvertretend für muslime auftreten müssen, ist auf den ersten blick ja eine verständliche forderung. nichtsdestotrotz ist sie wenig realitätsnah, weil der islam nicht zentralistisch organisiert ist. diese forderung, denke ich, steht eher in zusammenhang mit der westlichen sozialisierung, die ich ja auch genossen habe. ich denke auch nicht, dass eine zentralisitische organisation möglich ist.

    ich habe mich versucht, kurz zu halten und hoffe, dass ich durch diese punkte einen denkanstoß geben konnte. es geht also nicht um eine mögliche generelle islamfeindlichkeit von medien, sondern um gesellschaftliche und prinzipielle wahrnehmungen von ereignissen und deren nomenklatur.

    hoffe, dass ich mit meinen denkanstößen dazu beitragen kann, ihre perspektive zu erweitern und zu bereichern.

    mit lieben grüßen

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